In Deutschland wird Wechselstrom für den Stromtransport benutzt. Häufig mittels Hochspannungsüberlandleitungen. Die übertragene elektrische Leistung ergibt sich aus Spannung und Stromstärke. Um möglichst viel Energie zu übertragen wählt man also theoretisch eine hohe Spannung oder eine hohe Stromstärke. Letzteres steigert aber leider den Leitungsverlust, denn dieser ergibt sich direkt aus Leitungswiderstand und Stromstärke. Kurz gesagt: Bei hoher Stromstärke wird die Leitung sehr warm oder gar heiß. Folglich überträgt man Strom bei hoher Spannung und möglichst geringer Stromstärke. Dies gilt übrigens gleichermaßen für Wechselstrom und für Gleichstrom!

Geräte wie Fernseher, Computer, Stereoanlage etc. benötigen Gleichstrom und keinen Wechselstrom. Deshalb steckt in jedem dieser Geräte ein Transformator oder kurz Trafo, der nicht nur den Wechselstrom auf eine geringere Spannung von wenigen Volt transformiert (geräteabhängig), sondern auch aus dem Wechselstrom einen Gleichstrom macht.

Warum also nicht gleich eine Übertragung als Gleichstrom? Zum einen erzeugen Generatoren prinzipbedingt Wechselstrom, welcher erst aufwendig in Gleichstrom umgewandelt werden müsste und zweitens lässt sich die Spannung von Wechselstrom durch Transformatoren sehr einfach hoch oder runter transformieren. Also kann unmittelbar nach der Stromerzeugung im Kraftwerk der Strom auf die nötige “Transportspannung” hoch transformiert und dann übertragen werden. Ebenso am Ziel dann auch umgekehrt wieder auf die typischen 230 Volt heruntertransformiert und so in das Stromnetz der Haushalte eingespeist werden.

Gleichstrom eignet sich hinsichtlich der Verluste bei der Übertragung sehr wohl für den Stromtransport. Die Kosten für die Gleichrichtung und Hochtransformation amortisieren sich erst für große Strecken, wie sie in Europa nur sehr selten vorkommen.