Anekdote

„Tatort Technik“: Mein Verstärker wird immer so heiß

Ich liebe Musikhören. Ob von CD, mit SONOS direkt vom NAS (eine Festplatte außerhalb des PC, aber direkt im Netz. Ja, so etwas gibt es), direkt vom Handy, mit Kabel oder ohne, mit gekauften Songs oder gestreamt von Spotify oder Apple Music, über Kopfhörer oder an der großen Anlage. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Viel zu vielfältig. Ein weites Feld also schon von vornherein. Hier wird es besonders interessant, weil Musikhören nun endgültig kein Nerd-Thema ist, sondern irgendwie alle Menschen interessiert. Glaube ich. Mich interessiert es natürlich gleich mehrfach. Richtig, ich werde auch in diesem Grenzbereich der „mein Computer geht nicht mehr“ Problematik gerne konsultiert. Neulich aber ausnahmsweise eher zufällig …

Ein gemütlicher Abend bei einer Freundin. Eine Minigruppe von ein paar Leuten trifft sich zum gemeinsamen Abendessen. Lecker. Nette Gespräche, gute Themen, ich kann mitreden, obwohl es um Beziehungen und Gefühle geht. Hammer, was da abgeht! Ein paar Gläser Wein später, es ist noch keine Orgie und auch noch kein Exzess, wird zunächst Lounge Musik gespielt. Schließlich muss aber mal was Rockiges her. Und bitte liebe Gastgeberin, gib´mal deinem Verstärker die Sporen! Denkste, der Arme kann schon nicht mehr. Nur noch heiße Luft kann der. Ist schon fast am Anschlag. „Ja, ich weiß auch nicht. Mein Verstärker wird immer so heiß. Und richtig laut geht es auch nicht mehr, seit ich die Musik über mein iPhone höre.“. „Hast du es über ein HDMI Kabel digital angeschlossen, oder mit einem Klinke-auf-Cinch Stecker am Kopfhörer Ausgang oder über WLAN an einer Apple Airport Express Station und diese mit einem optischen digitalen Audiokabel verbunden?“. Ups, es ist schon wieder passiert. Viel zu viel Content auf einmal und dann auch noch mit Fremdwörtern. Also nochmal: „Hast du das iPhone selbst angeschlossen oder hat die jemand geholfen?“. „Da war so ein Kabel beim Verstärker dabei und das habe ich eingestöpselt.“ Mir wird klar, dass ich gerade kein Telefongespräch führe, sondern schon Vorort bin und schaue deshalb mal schnell selbst nach. Autsch, der ist wirklich schon sehr heiß. Ok, vorne ist ein 3,5 mm Klinkeneingang für ein analoges Stereokabel. Und da steckt ein Kabel und geht direkt in den Kopfhörer Ausgang des Handys. Na da tippe ich doch mal gleich auf die Lautstärke Einstellung an eben jenem. „Wie hast du die Lautstärke am Handy eingestellt? Hast du eine Maximallautstärke eingerichtet?“. „Hä?“. Ok, schnell mal den Bildschirm angetippt. Bingo. Die Lautstärke steht fast auf minimal. Also sicherheitshalber mal den Lautstärkeregler des Verstärkers auf eine kleine Stufe gedreht. Nun am Handy die Lautstärke vorsichtig Richtung Maximum. Und schon hämmert es ordentlich aus den Kompaktboxen. Die können nämlich auch ganz schön laut. Ebenso wie der Verstärker, wenn man ihn lässt, und vor allem der Zuspieler, in diesem Fall das iPhone, auch einen sinnvollen Eingangspegel liefert. Am Kopfhörerausgang eines Gerätes ist typischerweise der sogenannte „Pegel“ einstellbar, also ob man laut oder leise hören möchte. Diese Einstellung muss man auch vornehmen, wenn es von da gar nicht an einen Kopfhörer geht, sondern z.B. an den Eingang eines Verstärkers.

Nun geht die Party richtig ab. Und eine überglückliche Gastgeberin, sie liebt Musik gerade wenn sie laut ist, findet nun auch einen Nerd wie mich noch netter als sonst. Keine Angst, das geht auch wieder vorbei und irgendwann endet jede Party.

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