Agile Minds

„Initial Refinement“ oder „Release Planning mit LeSS“

Wir haben die Idee des „Initial Product Backlog Refinements“ von LeSS genutzt und zu einem „Initial Refinement“ pro Release umgemünzt. Das Product Backlog wird dazu komplett geleert und neu vom Product Owner mit den dann aktuellsten Themen lediglich grob befüllt.

Alle Teams, Product Owner und Produktmanager plus UX Experten plus Stakeholder plus Domain Experts und sogar Vertreter des Managements kommen für 2 bis 3 Tage zu diesem „Initial Refinement“ zusammen und brechen dort grob die Epics in User Stories herunter. Nur grob und ohne Schätzungen aber mit dem Anspruch, „echte“ User Stories im Sinne von INVEST zu bekommen. Das mehrtägige Refinement endet mit jeweils zwei Zahlen pro Epic:

  • Anzahl User Stories für ein Minimal Viable Product („MVP“) und
  • Anzahl User Stories für eine Variante mit Bells and Whistles und Schnick und Schnack und Aha-Effekt

Mit Hilfe der Anzahl der zur Verfügung stehenden Sprints und der „Velocity“, wie viele User Stories pro Sprint durchschnittlich abgearbeitet werden, erhält man einen sehr guten Überblick, welche Epics in welcher Ausprägung im Release grob zu schaffen sein müssten.

Vielen wird diese Vorgehensweise beim Start eines Releases vermutlich als „Release Planning“ bekannt sein. Wir wollten diesen Begriff aber möglichst vermeiden, um den jungen agilen Teams mit dem Wort „Planning“ nicht das Gefühl einer Abkehr von Agilität zu geben. Dies ist es nämlich absolut nicht. Weiterhin war die Idee, jedes Release als den Start eines neuen Produktes zu sehen, psychologisch für den Product Owner sehr wichtig, denn so hatte er gar keine Sorge mehr, sein Backlog in Jira komplett zu entleeren und neu anzufangen. Beim Start von Scrum war ihm nämlich leider automatisiert sein Backlog aus alten Requirements-Datenbanken mit mehr als 800 Stories „zugemüllt“ worden. Der Begriff „Initial Refinement“ beschreibt aus meiner Sicht auch sehr gut, was wir gemacht haben: Ein erster grober Überblick über alle Themen und so ein gemeinsames Verständnis für das gesamte Release zu bekommen.

Oft belächelt, hinterher aber als „Game Changer“ bezeichnet: Natürlich haben wir diesen Workshop nicht in unseren üblichen Büroräumen abgehalten, sondern ein möglichst andersartiges Ambiente gewählt: Danke an das Team des „Loewenthor“ zu Gondelsheim!

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